Die Geschichte des Schalmeienverein Voigtstedt - Die Schalmeien aus Voigtstedt - Musik für viele Anlässe

Schalmeien Voigtstedt Fahne
Schalmeienmusikverein Voigtstedt
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GESCHICHTE
DER
SCHALMEIEN AUS VOIGTSTEDT
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Im Oktober 1951 entstand der Fanfarenzug Voigtstedt. Mit 10 Spielern begann die musikalische Arbeit. Unwahrscheinlich schwierig war es, neue Mitglieder oder Spieler zu gewinnen, denn wer wollte sich schon
6 Jahre nach Kriegsende wieder in Uniform und Marschformation vor die Bevölkerung zeigen". Seinen ersten Auftritt hatte der Fanfarenzug am 1. Mai 1952. Aber 10 Fanfarenspieler waren zu wenig, um eine gute Musik zu machen. Mitte des Jahres 1952 löste sich der Fanfarenzug auf. Es bestand jedoch der Gedanke, musikalisch weiterzumachen. Eigentlich hatte man vor, ein Blasorchester zu gründen, aber die Kosten für die Anschaffung dieser Instrumente waren zu groß. So kam man auf die Idee - warum nicht Schalmeien?!

Diese Instrumente waren von der Anschaffung und ihrer Erlernbarkeit her ideal für Laien. Wiederum durch Initiative und Förderung der MAS wurde dann noch im selben Jahr, 1952, der Schalmeienmusikverein Voigtstedt, mit damals 20 Mitgliedern und Anfängern gegründet. Ihren ersten Auftritt, mit viel Herzklopfen, hatte der Schalmeienmusikverein am 1. Mai 1953, mit Erfolg sogar, was die nachfolgenden Jahre beweisen. An allen regionalen Höhepunkten waren Voigtstedter Schalmeien zu sehen und zu hören. 1954 endlich hatte der Schalmeienmusikverein ihren ersten künstlerischen Leiter und Dirigenten, Paul Wagner.

Er leitete den Schalmeienmusikverein bis 1960.
1960 übernahm der gelernte Musiker Otto Müller die Geschicke des Schalmeienmusikvereins. Unter seiner Anleitung kamen viele junge Leute hinzu.
Der Schalmeienmusikverein nahm an den alljährlichen regionalen Höhepunkten mit Marschmusik und Marschformation teil. Befriedigend war es nicht gerade - aber es war das Interesse am Musizieren, was der Schalmeienmusikverein und die Spieler zusammenhielt.Es war wohl so um 1977 herum , als man Kenntnis erhielt , dass Spielmannszüge, Schalmeienmusikverein und Blasorchester auf zentraler Ebene durch die FDJ zusammengeführt werden sollten. " Das wäre mal was", sagten die Spieler. Es war aber noch nicht so weit.
Wir fuhren nach Berlin und bestanden auch diese Bewährungsprobe. Es war beeindruckend, als eines von
18 Schalmeienorchestern, bestehend aus FDJ und DTSB, in einem 600 Schalmeienspieler umfassenden Gesamtorchester mitzuspielen. Sogar das Fernsehen übertrug dieses Treffen in einer Live - Sendung. Jeder der dabei war, erinnert sich gern daran. Von diesem Zeitpunkt an wuchs das Orchester nicht nur zahlenmäßig, sondern auch in seiner Qualität.
In den 80er Jahren wurde eine Orchesterstärke von bis zu 70 Mitgliedern, vorwiegend Jungen und Mädchen, aufgebaut.

Künstlerisches Schaffen macht Freude, fördert Geselligkeit und Unterhaltung, entwickelt Talent und Schöpfertum, pflegt Sitten und Gebräuche, vermittelt Einsichten in die Schönheit und den Reichtum der Kunst und prägt Persönlichkeit und Lebensweisen. Das war die Grundlage in der Arbeit mit allen Mitgliedern.

Viel geholfen haben uns auch die jährlichen Stimmführerlehrgänge und Probenlager auf zentraler Ebene, aber auch die neuen Titel und Programme, die im Auftrag der FDJ durch international bekannte Komponisten erarbeitet wurden. Bald ging der Ruf über gute Schalmeienmusik in Voigtstedt über die Kreisgrenzen hinaus. In diesen Jahren wurden durchschnittlich 50 Auftritte pro Jahr bestritten.
Das Orchester entwickelte sich so weit , dass am 1. Mai 1984 zwei getrennte Formationen von je 26 Spielern im Kreisgebiet auftreten konnten. Das mit der gesamten Arbeit der richtige Weg eingeschlagen war, beweisen die vielen Urkunden, Auszeichnungen und Leistungsprädikate, die erreicht wurden. So erhielten wir 1983 den Ehrennamen "Ernst Thälmann" durch den Zentralrat der FDJ verliehen und wurden mit dem
"Friedensdiplom der DDR" und der "Artur - Becker - Medaille" in Silber geehrt. Mehrmalige Auszeichnungen als "Hervorragendes und Ausgezeichnetes Volkskunstkollektiv" schlossen sich an. Bei Leistungsvergleichen auf zentraler Ebene erreichten wir die Prädikate "Oberstufe - sehr gut" und das höchste Prädikat, was es zu erringen galt, "Oberstufe - Ausgezeichnet". Damit hatten wir auch die Schranken der Kreis- und Bezirksgrenzen durchschritten.
Im späten Frühjahr 1985 erhielt der "Schalmeienmusikverein Ernst Thälmann Voigtstedt" vom Zentralrat der FDJ den Auftrag, an den Feierlichkeiten zum 40. Jahrestag des Sieges über den Hitlerfaschismus in Moskau mitzuwirken. Mit Konzerten in der Botschaft der DDR in Moskau, vor ausländischen Generälen und Diplomaten, auf Volksfesten, auf der Straße sowie im Kulturpalast Moskau mussten wir unser Bestes geben.
Noch im selben Jahr wurde durch das Schalmeienorchester selbst ein Ferienaufenthalt in der VR Polen organisiert. Viele weitere nationale Höhepunkte folgten. Durch unser Orchesterleiter, Siegmar Göbel, wurden noch 1985, Kontakte zu einem Jugendblasorchester in der CSSR aufgenommen, die im juli 1986 mit Konzerten in Hradiste im Kreis Topolcany vertieft wurden. Damit wurden neue Eindrücke und Erfahrungen gesammelt und viele persönliche Freundschaften geschlossen, welche auch bis heute Bestand haben. Den bis dahin wohl größten Höhepunkt erlebte unser Orchester 1987. Allein das "Schalmeienorchester Ernst Thälmann" bekam die Aufgabe, den Bezirk Halle beim Festumzug zur 750-Jahrfeier der Hauptstadt Berlin anzuführen. Ein voller Erfolg für uns, wie auch im Fernsehen live mitgeteilt wurde. Weitere Auftritte im Territorium, auf nationaler und internationaler Ebene schlossen sich 1988 an.
Es war dann jedoch im Oktober 1988, als aus dem Bezirksschalmeienorchester Halle ein Auswahlorchester mit 20 Spielern gebildte wurde. Die Probe aufs Exempel. Es ging um eine Konzertreise nach Kasachstan an die Erdgastrasse. Daran nahmen vom 01.11. bis 12.11.1988 neun Spieler aus Voigtstedt, fünf Spieler aus Artern, drei Spieler aus Bilzingsleben und drei Spieler aus Rothenburg an der Saale teil.
Das folgende Jahr, 1989, war gekennzeichnet von den bevorstehenden gewaltigen, gesellschaftlichen Veränderungen, die sich in Deutschland vollziehen sollten. Seinen letzten Großauftritt innerhalb des ZSO hatte unser Schalmeienorchester zum 40. Jahrstag der DDR, dem letzten Jahrestag.

In einer Mitgliederversammlung im Oktober 1990 wurde das Statut des neu gegründeten Vereins beschlossen und eine neue Leitung des "Schalmeienmusikvereins Voigtstedt 1952 e.V. " gewählt. Trotz all dieser Veränderungen kannte die Zeit keinen Stillstand für uns. Es wurden Kontakte zu Schalmeienkapellen und Blasorchestern aus den alten Bundesländern geknüpft. So konnte unser Verein bereits schon im Januar 1990 Kontakte mit dem "Musik und Spielmannszug Elgershausen" bei Kassel aufnehmen. Im März 1990 folgten Konzerte und Auftritte zum Rosenmontag in Lehmen bei Koblenz an der Mosel. Es schlossen sich im Sommer 1990 Konzerte und Auftritte in Elgershausen und Voigtstedt an. Vieles hatten wir auf unserem Wege erreicht, und daran denken wir mit Stolz und Anstand zurück, Etwas hatten wir jedoch noch nicht erreicht - nämlich, endlich einmal mit Schalmeienspielern aus den alten Bundesländern gemeinsam zu musizieren. So wurde die Idee geboren und der Entschluss gefasst, ein erstes gesamtdeutsches Treffen von Schalmeienformationen zu organisieren und in Voigtstedt durchzuführen.
Im Februar 1993 kam es zu einer ersten Beratung mit Leitern der Vereine aus Hamburg, Kiel, Berlin, Halle, Altentreptow und Voigtstedt. Im Juli 1993 kam es dann zum 1. Treffen von Schalmeienformationen aus ganz Deutschland in Voigtstedt.
Am Morgen des 3. Juli marschierten Schalmeienmusikformationen mit ihrem Spiel in einem Sternmarsch zum Festplatz in Voigtstedt und stellten ihr Können in einem Programm dar. Im nachfolgenden gemeinsamen Zusammenspiel musizierten 250 Spielerinnen und Spieler. Teilnehmer an diesem ersten Treffen waren Kapellen und Orchester aus Hamburg und Kiel, die Schalmeienkapelle Berlin, das Schalmeienorchester
Altentreptow / Mecklenburg, die Schalmeienkapellen Wiehe und Gehofen aus dem Altkreis Artern sowie der Schalmeienmusikverein Voigtstedt. Desweiteren konnten wir Delegationen aus Wiebelskirchen / Saarland und aus Lindau begrüßen.
Zum Ausgang dieses Treffens spielte der Musik- und Spielmannszug Elgershausen zu einem zünftigen Frühschoppen auf.In einer weiteren Mitgliederversammlung am 29.12.2001 wurde eine Abänderung unseres Vereinsnamens (aus juristischen Gründen notwendig) beschlossen. So tragen wir heute den offiziellen Namen – Schalmeienmusikverein Voigtstedt 1952 e.V. „Neu gegründet 1990“.
Das Jahr 2002 stand ganz im Zeichen unseres 50-jährigen Jubiläums. Mit Musikfreunden aus Nah und Fern wurde im Juli an drei Tagen zünftig gefeiert.
Zu Gast waren befreundete Schalmeienkapellen der Region. Desweiteren konnten wir die Blaskapellen aus Elgershausen und Hradiste (Slowakei) in Voigtstedt begrüßen. Das Jubiläum wurde am Freitag mit einer Festveranstaltung für die Mitglieder unseres Orchesters, für geladene Ehrengäste und Sponsoren eröffnet. Der Sonnabend wurde mit einem Sternmarsch der Orchester durch den Ort eingeleitet.
Am Nachmittag stellten dann alle geladenen Orchester ihr musikalisches Können unter Beweis. Der Tag endete mit einer Tanzveranstaltung im Festzelt.
Am Sonntag wurde das Festwochenende mit einem Frühschoppen mit unseren Freunden aus Hradiste beendet.

Im Jahre 2003 wurde mit viel persönlichem Engagement unserer Mitglieder unser neues Vereinsheim in dem Gebäude der ehemaligen Schule eingerichtet.
2005 gab es für unser Orchester neben vielen kleineren Auftritten eine Einladung zum Musikfest nach Bottendorf. Solche Veranstaltungen sind immer ein willkommener Anlass, um das eigene musikalische Können und Niveau mit anderen Orchestern zu messen.
Das 1. Frühjahrkonzert der Schalmeien wurde im Jahre 2007 aus der Taufe gehoben und ist seit dieser Zeit fester Bestandteil unseres alljährigen Terminkalenders. Auch die Ausrichtung des „Männertags“ vor unserem Vereinsheim und die Teilnahme am 1.Musikfest in Heldrungen auf der Wasserburg waren Höhepunkte im Jahre 2007.
Der seit langem gehegte Wunsch nach einem Probelager wurde für ein Wochenende auf der „Feuerkuppe“ bei Sondershausen realisiert.
Ein Auftritt der etwas anderen Art gab es für unser Orchester in Erfurt.

Was als Grundsteinlegung für eine Bäckerei gedacht war, entpuppte sich vor Ort als Grundsteinlegung für ein Schulungszentrum für „Transzendentale Meditation“.
Ein ganz anderes Erlebnis war hingegen die Teilnahme an der BUGA in Gera/Ronneburg. Besonders das Zusammenspiel von fast 700 Schalmeienspielern hinterließ einen bleibenden Eindruck.
2009 wurden durch die Mitglieder unseres Orchesters ca. 35 Auftritte und Ständchen realisiert. Die Mitgliedsstärke stieg auf 38 an. Besonders durch unser jährliches Frühjahrskonzert konnten wir viele Kinder für unseren Verein gewinnen, was zur Folge hatte, dass in diesem Jahr erstmalig auch drei kleinere Auftritte nur durch unser „Kinderorchester“ bestritten wurde.
Für das Jahr 2010 stand neben zahlreichen Verpflichtungen in unserem Heimatort und der näheren Umgebung ein Auftritt in Nordhausen zum Rolandfest in unserem Terminplan. Auf großer Bühne und mit Einsatz von professioneller Technik waren wir in die Abschlussveranstaltung des Rolandfestes eingebunden.
Im Jahre 2011 sind besonders die Auftritte zu den 1225 Jahrfeiern in Esperstedt und Kölleda hervorzuheben. Auch das jährlich stattfindende Mühlenfest in Edersleben am Pfingstmontag ist immer wieder ein Highlight für unser Orchester.

Das Hauptaugenmerk für das Jahr 2012 liegt natürlich in der Vorbereitung des 60.Jahrestages des Bestehens unseres Schalmeienorchesters.
Unsere Kinder haben sich inzwischen zu vollwertigen jugendlichen Schalmeienspielern entwickelt, die sich schon lange den Respekt der „Alten“ verdient haben.
Das ist nicht zuletzt auf eine intensive Probentätigkeit zurückzuführen.
Mail: vorstand@schalmeien-voigtstedt.de
© 2017 Schalmeienmusikverein Voigtstedt 1952 e.V.
Adresse:

Schalmeienmusikverein Voigtstedt
Michael Göbel 1. Vors.
Bahnhofstraße 6
99752 Wipperdorf

Telefon: 036338 578474
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